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Anti-Gliadin IgG/IgA: Test, Werte & Bedeutung

Alles über Anti-Gliadin-Antikörper (IgG/IgA): Wann wird getestet? Was bedeuten erhöhte Werte? ✓ Referenzbereiche ✓ Diagnostik bei Zöliakie – verständlich erklärt vom Internisten.

Uzm. Dr. Özlem Arslan3 Min. LesezeitExpertengeprüfter Inhalt
Anti-Gliadin-Antikörper (IgG/IgA) testi - Bağışıklık sistemi ve inflamasyon belirteçleri testi
Fotoğraf: Polina Tankilevitch (Pexels)

Was sind Anti-Gliadin-Antikörper (IgG/IgA)?

Als Internist der Charité Berlin begegne ich in meiner täglichen Praxis immer wieder Patienten mit unklaren Bauchschmerzen, Müdigkeit oder unerklärlichem Gewichtsverlust. Oft steckt eine Glutenunverträglichkeit dahinter. Anti-Gliadin-Antikörper (IgG/IgA) sind spezifische Abwehrstoffe, die Ihr Immunsystem gegen das Klebereiweiß Gliadin (ein Bestandteil von Gluten) bildet. Der Test misst zwei Unterklassen: IgA (vor allem im Darm aktiv) und IgG (systemisch). Ein erhöhter Wert kann auf eine Zöliakie (glutensensitive Enteropathie) oder andere Gluten-assoziierte Störungen hinweisen.

Wann wird der Anti-Gliadin-Test durchgeführt?

Ich empfehle die Bestimmung vor allem bei folgenden Symptomen:

  • Chronische Durchfälle oder Verstopfung, Blähungen
  • Unklare Eisenmangelanämie
  • Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • Hautausschläge (Dermatitis herpetiformis)
  • Familienmitglieder mit Zöliakie
  • Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis

Referenzbereiche (Normwerte) für Anti-Gliadin IgG/IgA

Die Werte variieren je nach Labormethode. In meiner Einheit verwende ich folgende Richtwerte (ELISA, U/ml):

Alter/GruppeAnti-Gliadin IgA (U/ml)Anti-Gliadin IgG (U/ml)Bewertung
Erwachsene< 10< 10Negativ (normal)
Erwachsene10–1510–15Grenzwertig (Grauzone)
Erwachsene> 15> 15Positiv (erhöht)
Kinder (1-12 J.)< 12< 12Negativ
Kinder (1-12 J.)12–1812–18Grenzwertig
Kinder (1-12 J.)> 18> 18Positiv

Bitte beachten Sie: Bei IgA-Mangel (häufig bei Zöliakie-Patienten) kann der IgA-Test falsch negativ sein. Dann ist die IgG-Bestimmung entscheidend.

Was bedeuten erhöhte Anti-Gliadin-Werte?

Erhöhte Werte und Zöliakie

Ein positiver Anti-Gliadin-Test (insbesondere IgA) ist ein starker Hinweis auf eine Zöliakie. Allerdings ist er nicht allein beweisend. Meine Patienten mit hohen Werten überweise ich zur Sicherheit zur Dünndarmbiopsie – Goldstandard der Diagnose. Etwa 30 % der Betroffenen haben jedoch normale Anti-Gliadin-Werte (seronegative Zöliakie).

Hohe Anti-Gliadin-Werte ohne Zöliakie

Nicht jeder erhöhte Wert bedeutet Zöliakie. Erhöhte IgG-Werte allein können bei:

  • Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität (NCGS)
  • Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus)
  • Mukositis nach Chemotherapie

Was tun bei erhöhten Werten?

In meiner Praxis rate ich: keine voreilige glutenfreie Diät! Erst die gesamte Diagnostik abwarten (Transglutaminase-Antikörper, Endomysium-Antikörper, Biopsie). Eine Diät kann die Antikörper senken und die weitere Abklärung erschweren.

Anti-Gliadin während der Schwangerschaft

Bei schwangeren Frauen mit bekannten oder vermuteten Glutenproblemen kann der Test durchgeführt werden – allerdings ist Vorsicht geboten: Die IgA-Werte können physiologisch schwanken. Ein erhöhter Anti-Gliadin-IgG-Wert ohne Symptome ist oft harmlos. Ich empfehle eine enge Absprache mit dem Gynäkologen und Gastroenterologen.

Unterschied zwischen IgG und IgA

Anti-Gliadin-IgA ist darmassoziiert und bei Zöliakie typischerweise deutlich erhöht. Anti-Gliadin-IgG hingegen steigt eher bei systemischen Reaktionen oder bei IgA-Mangel. Eine kombinierte Bestimmung ist daher sinnvoll.

Wie zuverlässig ist der Test?

Die Sensitivität liegt bei aktiver Zöliakie etwa bei 70–80 %, die Spezifität bei 90 %. Neuere Tests (Anti-tTG, Anti-EMA) sind genauer, dennoch bleibt der Anti-Gliadin-Test ein nützliches Screening, vor allem bei Kindern unter 2 Jahren.

LOINC-Codes

Für die elektronische Dokumentation: Anti-Gliadin IgA LOINC: 60225-6; Anti-Gliadin IgG LOINC: 60226-4.

Fazit

Der Anti-Gliadin-IgG/IgA-Test ist ein wertvoller Baustein in der Glutensensitivitäts-Diagnostik. Aber verlassen Sie sich nicht allein darauf. In meiner Praxis sehe ich immer wieder Fälle, in denen ein normaler Wert trügerisch ist – oder ein erhöhter Wert ohne Erkrankung. Lassen Sie sich ärztlich beraten, bevor Sie Ihre Ernährung umstellen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ein positiver Anti-Gliadin-Test?

Ein positiver Test (insbesondere IgA) deutet stark auf eine Zöliakie oder eine Glutensensitivität hin. Dennoch ist er nicht allein beweisend. Bei meinen Patienten lasse ich zusätzlich die Transglutaminase-Antikörper (tTG) bestimmen und überweise zur Dünndarmbiopsie, um die Diagnose zu sichern. Auch andere Erkrankungen wie Morbus Crohn können erhöhte Werte verursachen.

Wie lange muss ich vor dem Test glutenhaltige Kost essen?

Um falsch negative Ergebnisse zu vermeiden, empfehle ich, mindestens 6–8 Wochen vor der Blutabnahme täglich glutenhaltige Nahrung (z. B. Brot, Nudeln) zu sich zu nehmen. Eine glutenfreie Diät kann die Antikörper innerhalb weniger Wochen normalisieren und den Test unbrauchbar machen. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt.

Kann der Anti-Gliadin-Test auch bei IgA-Mangel falsch negativ sein?

Ja, bei einem IgA-Mangel (relativ häufig bei Zöliakie-Patienten) kann der IgA-Test negativ ausfallen, obwohl eine Zöliakie vorliegt. Deshalb bestimme ich immer parallel die Gesamt-IgA-Konzentration. Bei niedrigem Gesamt-IgA ist der Anti-Gliadin-IgG-Wert entscheidend.

Referenzbereich

Über Anti-Gliadin-Antikörper (IgG/IgA)

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Wissenschaftliche Quellen & Referenzen

Die Informationen in diesem Artikel werden durch folgende internationale medizinische Datenbanken und wissenschaftliche Quellen unterstützt:

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